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Standortbezogene Mautlösungen

Kapschs standortbasierte Technologien liefern die nächste Generation von Mautlösungen für nationale, städtische und interurbane Straßennetze und Autobahnen. Die Technologie ist fahrzeugzentriert und darauf ausgelegt, verschiedene Abbuchungs- und Mautsysteme in einer Vielzahl von Betriebsumgebungen zu unterstützen.

Der schnelle Anstieg der Fahrzeugkonnektivität bedeutet, dass mehr Daten generiert werden, die für Straßenbenutzungs- und Mautgebühren genutzt werden können. Zuerst mit 2G und besonders jetzt mit der Einführung von 5G sind die Bausteine für die nächste Generation von Straßentariflösungen auf Basis von Fahrzeugstandortdaten vorhanden.  

Dies ist bedeutsam, da die Behörden weltweit mit zunehmenden Herausforderungen durch steigende Verkehrsaufkommen konfrontiert sind. Da die Anzahl der gefahrenen Kilometer und Meilen jedes Jahr im Laufe der Zeit weiter steigt, verschlechtern sich Verkehrsfluss, Straßenverschleiß und Probleme mit der Luftqualität stetig. Standortbasierte Gebührenlösungen ermöglichen es den Behörden, mit gezielten Gebührenmodellen zu reagieren, die zeitlich und örtlich angepasst werden können und den tatsächlichen Straßenverkehr widerspiegeln. Sie können auf jedem Straßennetz eingesetzt werden, ohne ein Vermögen für physische Straßeninfrastruktur auszugeben.    

Satellitengestützte GNSS-Technologien bieten Lösungen für unterschiedliche Kundenbedürfnisse. Für klassische Mautbetreiber unterstützt satellitenbasierte Abrechnung die Migration von portalgesteuerten Systemen hin zu einer kosteneffizienteren und flexibleren Basisinfrastruktur. Für Städte trägt eine ortsbasierte Abrechnung dazu bei, Staus zu reduzieren und die Luftqualität zu verbessern, indem spezifische Gebühren für definierte Zonen oder Zeitfenster ermöglicht werden. Auf Landesebene unterstützen die Lösungen Modelle der streckenbezogenen Straßenbenutzungsgebühr sowie landesweite Lkw-Mautsysteme. 

Location Based Charging

Das Portfolio standortbasierter Mautlösungen von Kapsch TrafficCom 

Kapsch TrafficCom ist einer der weltweit erfahrensten Anbieter standortbasierter Mautlösungen mit einzigartigen Technologie-, Service- und Geschäftsfähigkeiten.  

GNSS-basierte Mautzahlung  

gnss icon

Die nächste Generation der satellitengestützten Mautlösung von Kapsch liefert landesweite Systeme zur Erhebung von Mautgebühren auf definierten Straßennetzen. Da sie Satellitenpositionsdaten anstelle einer umfangreichen straßenseitigen Infrastruktur nutzt, ist die Lösung äußerst kosteneffizient. Sie funktioniert sowohl mit dedizierter als auch mit bestehender Nachrüst- und fahrzeugintegrierter Hardware und bietet so einen zukunftssicheren Ansatz für die Mauterhebung bei Lkw und Pkw. 

Straßennutzungsgebühren 

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Die Lösung für die Erhebung von Straßenbenützungsgebühren (Road User Charging, RUC) ist ein vielseitiges Werkzeug zur Bewältigung der Kraftstoffsteuerdefizite, die durch das Wachstum an Hybrid-, Elektro- und Hochleistungsfahrzeugen verursacht werden. Sie kann so konfiguriert werden, dass verschiedene Preise anhand zahlreicher Kriterien wie Tageszeit, Standort, Fahrzeugtyp und -größe sowie Emissionsklasse angewendet werden. 

Mautgebühren als Dienstleistung (Tolling as a Service, TaaS) und Komponenten 

Kapsch TrafficCom liefert alle erforderlichen Hardware- und Softwarekomponenten, die die Bereitstellung von Mautdiensten ermöglichen. Entscheidend ist dabei, dass wir zudem auf unsere einzigartige Erfahrung in der Unterstützung zahlreicher Mautdienstanbieter (Toll Service Provider, TSPs) und dem Europäischen Elektronischem Mautdienst (European Electronic Toll Service, EETS) zurückgreifen können, um sicherzustellen, dass unsere Kunden die sich ständig weiterentwickelnden Herausforderungen bei der Zertifizierung erfolgreich meistern. 

Das Herzstück unserer Komponentenlösung, unser Fahrzeuggerät (Onboard Unit, OBU), wird komplett mit integrierter Firmware, unterstützender Software und Tools wie Proxy- und Asset-Management bereitgestellt. Sie ist vollständig konfigurierbar, um den unterschiedlichen technischen- und Zertifizierungsanforderungen jedes einzelnen Mautbereichs gerecht zu werden. 

Analyse standortbasierter Daten für intelligentere Straßen 

Standortbasierte Mauttechnologie ermöglicht nicht nur die  Gebührenerhebung – sie erzeugt umfangreiche Standort- und Fahrzeugdaten, die Behörden nutzen können, um  Verkehrsmuster und Staus zu identifizieren und Straßennetze zu optimieren. 

Durch die Analyse aggregierter  Fahrzeug- und Smartphone-Daten können Städte  die Straßenplanung verbessern, zeitbasierte Gebühren anpassen und gezielte Richtlinien für bestimmte Fahrzeugtypen oder  Elektroflotten entwickeln. Diese datenbasierte Basis ermöglicht es den Straßenbehörden,  Erkenntnisse über Abteilungen hinweg auszutauschen und intelligentere Mobilitätsstrategien zu unterstützen, ohne zusätzliche Investitionen in die Infrastruktur zu investieren. 

Eine modulare Architektur oder eine vollständige End-to-End-Lösung  

Im Gegensatz zu anderen Mautunternehmen kann Kapsch TrafficCom jeden einzelnen der erforderlichen Bausteine für die Umsetzung eines vollständigen, durchgängigen GNSS-basierten Mautsystems bereitstellen. Durch die Nutzung eines modularen Ansatzes können wir einzelne Bausteine implementieren, darunter Komponenten für Mautdienste, Kontrolle (Enforcement) sowie Kartenabgleich und Tarifberechnung. 

  • Geolokalisierungsplattform (Geo Location Platform, GLP) 

    Der zentrale Baustein unseres durchgängigen modularen Mautsystems ist die Geolokalisierungsplattform. Dies ist die zentrale Datenverarbeitungsplattform, die Geolokalisierungsdaten von Fahrzeuggeräten (Onboard Units, OBUs), Telematik Geräten, Smartphones oder vernetzten Fahrzeugen in nützliche Informationen umwandelt, die für Mautgebühren verwendet werden können.  

    Ein zentrales Merkmal des Kapsch TrafficCom GLP ist seine Fähigkeit, Lücken in den Geolokalisierungsdaten zu schließen. Wenn zum Beispiel ein Auto oder Lkw durch einen Tunnel oder ein langes, enges und tiefes Tal fährt, verliert das Fahrzeug zwangsläufig die Satellitenverbindung. In solchen Fällen schließt das GLP diese Datenlücken mithilfe einer Reihe intelligenter Algorithmen, die Variablen wie Fahrzeuggeschwindigkeit, Richtung und kartenbasierte Kontexte berücksichtigen, um die wahrscheinlichste Route zu definieren, die das Fahrzeug hätte nehmen können. Die GLP kann Abrechnungslogiken sowohl auf Basis von Streckenabschnitten als auch auf Grundlage einer „echten distanzbasierten“ Berechnung implementieren oder sogar Geofencing verwenden, in Fällen, in denen Ausfahrtsportale mit RF- und/oder Videotechnologien ergänzend zur GNSS-basierten Erkennung eingesetzt werden. 

  • Asset-Management-Plattform

    Die OBU kommuniziert mit einer Asset-Management-Plattform, die es Mautanbietern ermöglicht, Geräte aus der Ferne zu konfigurieren, zu aktualisieren und mit ihnen zu kommunizieren.  

  • Kontrollsystem

    Alle Mautsysteme erfordern eine sekundäre Methode zur Durchsetzung der Maut. Einige LKWs versuchen zum Beispiel, Mautgebühren zu umgehen, indem sie ohne OBU fahren oder das Gerät ausgeschaltet haben. Das Durchsetzungssystem von Kapsch TrafficCom adressiert diese Herausforderung. Sie besteht aus automatischen Nummernschilderkennungskameras (ANPR) - optional ergänzt durch Fahrzeugklassifizierung und DSRC-Kommunikation -, die entweder an festen Stellen im Straßennetz oder an den Dächern fahrender Fahrzeuge befestigt sind. Das Kontrollsystem identifiziert die Lkws anhand dieser Bilder und identifiziert alle, die ohne das notwendige Fahrzeuggerät fahren.  

  • Kommerzielles Backoffice

    Der letzte Teil der modularen, durchgängigen GNSS-Mautlösung von Kapsch TrafficCom ist das kommerzielle Backoffice. Dieser ist verantwortlich für die Abrechnung, Rechnungsstellung und Verwaltung von Ausnahmelisten wie diplomatische Fahrzeuge oder Einsatzfahrzeuge.  

  • Cybersicherheit und Datenschutz

    Da eine Satellitenlösung auf der Zustimmung des Nutzers innerhalb eines gesetzlichen Rahmens basiert, ist es entscheidend, dass Mautbetreiber die Integrität der Daten garantieren können. Die DSGVO- und EDPB-Richtlinien schreiben vor, dass es einen legitimen und rechtmäßigen Zweck für die Erfassung und Verarbeitung der Daten geben muss. Die Richtlinien können vorgeben, wie lange die Daten aufbewahrt und wo sie gespeichert werden dürfen.  

    Kapsch TrafficCom verfügt über ein einzigartiges Verständnis und eine hohe Sensibilität für die Herausforderungen im Bereich Cybersicherheit und Datenschutz. Beispielsweise können Mautbehörden, wenn sie den Datenschutz der Lösung erweitern möchten, auf die Erfassung von Daten verzichten, die den Start- und Endpunkt einer Fahrt betreffen. Informationen können ausschließlich gespeichert werden, damit Nutzer im Falle eines Einspruchs deren Richtigkeit überprüfen können. Darüber hinaus können – mit Zustimmung der Nutzer – anonymisierte Daten erfasst werden, um Stadtbehörden dabei zu unterstützen zu verstehen, wo und zu welchen Zeiten Verkehrsstaus auftreten. 

Unsere Lösung funktioniert mit allen Quellen von Geolokalisierungsdaten 

Die modulare, durchgängige GNSS-Mautlösung von Kapsch TrafficCom ist völlig agnostisch gegenüber der Quelle der Geolokalisierungsdaten, die sie benötigt.  

  • Fahrzeugeinheiten (Onboard Unit, OBU)

    Wenn ein Mautbetreiber ein neues Verfahren zur Überwachung und Abrechnung von schweren Güterfahrzeugen in Erwägung zieht, können wir für jedes Fahrzeug eine eigene Onboard-Einheit (OBU) bereitstellen, zusammen mit der dazugehörigen Asset Management- und Proxy-Software. Solche Lösungen sind weitaus günstiger in der Anschaffung als für traditionellere Mautlösungen, da physische Mautportale und Straßeninfrastruktur nicht gebaut werden müssen.  

  • Bestehende Telematikgeräte 

    Unsere End-to-End-Lösungen können Geolokalisierungsdaten aufnehmen, die von jedem Gerät erzeugt werden, das bereits im Fahrzeug vorhanden ist (wie solche, die für Flottenmanagement und Nachverfolgungszwecke installiert sind). 

  • TollAssist App von Kapsch TrafficCom

    Im Vergleich zu dedizierten Geräten sind Smartphones kostengünstigere und in der Einführung schnellere Alternativen und können für verschiedene Straßen(benutzungs-)gebühren verwendet werden. Die TollAssist App ersetzt eine physische Bordeinheit, indem sie GNSS-Positionen erfasst und als primäre Benutzeroberfläche fungiert. TollAssist sendet GNSS-Positionen in definierten Abständen an die Geolokalisierungsplattform, wo eine Transaktion durchgeführt wird, und kommuniziert zudem direkt mit dem kommerziellen Backoffice, was vollständige Transaktionszahlungen und eine umfassendere Kontoverwaltung ermöglicht. Es eignet sich besonders gut für Mautanbieter, die ein bestehendes, auf physischen Mauststellen basiertes System kosteneffizient ergänzen möchten, sowie solche, die GNSS-basierte Gebühren auf einzelne Nutzer und leichte Fahrzeuge ausweiten möchten. 

  • Vernetzte Fahrzeuge

    Fast alle modernen Fahrzeuge erzeugen und kommunizieren Geolokalisierungsdaten, die durch die End-to-End-Mautlösungen von Kapsch TrafficCom genutzt werden können. 

Vorteile unserer Lösungen 

  • Wirtschaftlich und zukunftssicher

    Es wird weniger Infrastruktur benötigt als bei traditionelleren Funkfrequenz- oder video-basierten (ANPR) Ansätzen. Die Lösung ist außerdem viel schneller und flexibler skalierbar als bestehende Lösungen. Neue Straßenabschnitte können beispielsweise hinzugefügt oder Klassifizierungen geändert werden, ohne dass umfangreiche zusätzliche Straßenanlagen erforderlich sind. 

  • Sehr flexibel 

    Mit unseren Lösungen liegt die Berechnung und Erhebung der Benutzungsgebühren ganz bei der Straßenbehörde. Behörden können basierend auf ihren Anforderungen und Prioritäten das Modell wählen und flexible anpassen.  

  • Unterstützung aller Mautarten

    Die Lösung von Kapsch TrafficCom unterstützt sowohl echte distanzbasierte Mautmodelle als auch streckenabschnittsbasierte Tarife unter Verwendung von Daten aus beliebigen Quellen. Dazu gehören spezielle Mautgeräte und Geräte für den Europäischen Elektronischen Mautdienst (EETS), Smartphones, nachgerüstete Flottentelematik, Track-and-Trace-Einheiten sowie vernetzte Fahrzeuge. 

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